Earl Bamber

Werksfahrer

„Ich fand es hart, 2016 in Le Mans nicht um den Gesamtsieg fahren zu können“, gesteht Earl Bamber. Nach seinem grandiosen Erfolg im Porsche 919 Hybrid am 14. Juni 2015, als er gemeinsam mit Nico Hülkenberg und Nick Tandy den 17. Gesamtsieg der Marke holte, war er ins GT-Programm von Porsche zurückgekehrt. Die Erinnerung an den bisherigen Höhepunkt seiner Karriere ist aber frisch geblieben: „Es war ein überwältigendes Gefühl, damals diesen Pokal in den Händen zu halten und von so vielen Menschen gefeiert zu werden“, sagt der Neuseeländer. „Wenn man von einem Sieg in Le Mans träumen würde, wäre das normalerweise die Stelle, an der man aufwacht. Ich habe gestaunt, dass dieser Traum im wirklichen Leben weiterging.“ Zur Saison 2017 ist er zurück am Steuer des Klasse-1-Prototyps von Porsche und teilt ihn jetzt als Stammfahrer mit Landsmann Brendon Hartley und Routinier Timo Bernhard.

„Timo ist ein super Typ, und zwei Kiwis auf einem Auto – das ist natürlich etwas ganz Besonderes. Brendon und ich sind im selben Kart-Club groß geworden.“ Seine Vorfreude ist groß, der Respekt ebenfalls: „Toyota wird ein ganz harter Gegner, und unser Schwesterauto wird ebenfalls sehr stark sein.“

Bamber schaffte den Aufstieg in die Königsklasse des Langstreckensports in Rekordzeit. Als Gewinner des Porsche Motorsport International Cup Scholarship, eines der umfangreichsten und durchgängigsten Nachwuchsförderungskonzepte in der Automobilbranche, holte er 2014 sowohl den Gesamtsieg im Porsche Mobil 1 Supercup als auch, zum zweiten Mal in Folge, im Carrera Cup Asia. Immer wieder beeindruckte er: Als er in Barcelona sein Debütrennen im Supercup gewann, als er in Silverstone trotz eines Fehlers im Qualifying Dritter wurde, als er in Spa ausgangs Eau Rouge nach einem Quersteher das Auto abfing und trotzdem siegte. Auch bei seiner Rennpremiere mit dem 911 RSR überzeugte er: Er wurde Zweiter beim Petit Le Mans, dem US-amerikanischen Langstreckenklassiker in Road Atlanta. Aufgrund dieser Erfolge wurde er im Dezember 2014 für die neue Saison zum Werksfahrer befördert.

Alles war gut. Aber es wurde noch besser: Einen Tag vor Weihnachten erhielt er die Einladung, den Porsche 919 Hybrid im Januar 2015 in Abu Dhabi zu testen. „Eine ungeheure Ehre“, erinnert er sich, „jeder Rennfahrer der Welt wollte dieses Auto fahren.“ Bamber kam mit dem komplexen Prototyp rasch zurecht, schnell auf gute Rundenzeiten – und wurde prompt in den LMP1-Kader befördert.

Als Wohnsitz hat sich Earl Bamber für Kuala Lumpur entschieden. Die malaysische Hauptstadt liegt, bezogen auf die Flugstunden, etwa auf halbem Weg zwischen seiner Heimat in Neuseeland und der Heimat von Porsche. Aufgewachsen ist Bamber auf einer Farm, 75 Kilometer entfernt von der nächsten Stadt Wanganui an der südlichen Spitze der Nordinsel. Zwei Stunden sind es bis Wellington. Er sitzt seit seinem dritten Lebensjahr hinterm Steuer. Erst lenkte er den väterlichen Pick-up-Truck auf dem Schoß des Vaters bis zum Briefkasten, später Kart- und Formelfahrzeuge. „Die Förderung durch Porsche war für mich die Chance meines Rennfahrerlebens”, sagt er. „Und nach dem Le-Mans-Sieg 2015 habe ich in allen Bereichen ein neues Level erreicht.“

Persönliches

Geburtsdatum: 09. Juli 1990
Geburtsort: Wanganui (NZ)
Nationalität: Neuseeländer
Wohnort: Peking (CN)
Familienstand: Single
Größe/Gewicht: 1,83 m/74 kg
Hobbies: Fitness, Surfen, Ski fahren
Internet: www.earlbambermotorsport.com
Twitter: @earlbamber

Le-Mans-Starts: 2 (1 Gesamtsieg)

Earl Bamber startet für Porsche mit dem Porsche 919 Hybrid in der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC einschließlich der 24 Stunden von Le Mans.

Karriere

2017 Porsche-Werksfahrer WEC, LMP1
2016

Porsche-Werksfahrer, GT
IMSA SportsCar Championship: 1 Sieg (Austin),
vier 3. Plätze (Daytona, Sebring, Laguna Seca, Virginia);
4. FIA GT World Cup in Macau;
2. 12 Stunden von Sepang (Intercontinental GT Challenge)

2015

Porsche-Werksfahrer,
Gesamtsieg 24 Stunden von Le Mans;
drei 2. Plätze TUSC, Klasse GTLM: Watkins Glen, Road America, Virginia

2014 Gewinner Porsche Motorsport International Cup Scholarship
Gewinner des Porsche Mobil 1 Supercup (2 Siege, 7 Podien)
Gewinner des Porsche Carrera Cup Asia (8 Siege, 10 Podien)
2. Platz Petit Le Mans (GTLM)
Porsche Carrera Cup Deutschland (2 Siege)
2013 Gewinner Porsche Carrera Cup Asia (4 Siege, 8 Podien)
Gewinner Audi R8 LMS Cup Korea
2. Platz Porsche Mobil 1 Supercup Abu Dhabi
2012 3. Platz World Time Attack Challenge
2011 7. Platz Superleague Formula
10. Platz World Time Attack Challenge
3. Platz Lauf zur Porsche GT3 Cup Challenge in New Zealand
2010 2. Platz Toyota Racing Series NZ (6 Siege)
1. Platz New Zealand Grand Prix
2009 A1GP Series für Neuseeland
(3 Podien, A1GP Award für bestes Überholmanöver)
GP2 Asia Series
2008 Gewinner International Toyota Racing Series
2. Platz Toyota Racing Series NZ
2. Platz Formel Renault V6 Asia,
2007 7. Platz Toyota Racing Series NZ
11. Platz Formel Renault V6 Asia
2006 Gewinner Formel BMW Asia (10 Siege)
2005 4. Platz Formel Ford NZ
2004 Kartsport