Neel Jani

Werksfahrer

„Es ist einerseits schade, dass André und ich jetzt im selben Auto sitzen“, sagt Weltmeister Neel Jani über seinen neuen Teamkollegen Lotterer. „denn wir hatten oft super Kämpfe. Aber andererseits ist es natürlich sehr gut, ihn jetzt an meiner Seite zu haben.“ Superschnell, supercool – die beiden Asse haben sich als Gegner respektiert und sind jetzt Verbündete gegen den Rest des Feldes. Jani und Lotterer trainieren auch seit Jahren beim selben Fitnessexperten, beide sind Weltmeister, Le-Mans-Sieger und ehemalige Formel-1-Testpiloten. „Und in Nick Tandy haben wir gleich einen dritten Le-Mans-Sieger an Bord“, betont Jani. „Nick hat den Sieg 2015 im dritten Auto quasi aus dem Stand geschafft.“ Jani hat 2016 zwei ganz große Karriereziele erreicht: den WM-Titel und den Le-Mans-Gesamtsieg mit Porsche. Und jetzt? „Ich weiß nun, wie sich das anfühlt. Ich will mehr davon!“

Wochenendausflüge im Porsche waren schon immer seine Leidenschaft. „Ich habe tolle Kindheitserinnerungen“, sagt Jani, „sonntags kletterten meine Schwester Reena und ich im 911 2.7 RS meines Vaters auf den Rücksitz, und er fuhr uns spazieren. Diese Ausflüge waren das Größte für uns. Später mussten wir den Wagen leider verkaufen, weil meine Rennerei so teuer war.“

Über die Formel Renault, GP2- und A1GP-Serie marschierte Jani Richtung Formel 1. 2004 testete er zum ersten Mal für Red Bull Racing, 2006 wurde er Ersatzmann beim Schwesterteam Toro Rosso. Er bestritt Testtage, Demofahrten und fuhr Rennen in der amerikanischen Champ-Car- und in der A1GP-Serie. 2008 war er Gaststarter im Porsche Supercup. „Das Rennen beendete ich leider nicht“, erinnert er sich, „aber ich durfte vorher zwei Wochen lang einen 911 GT3 RS fahren. Das war für mich als 24-Jährigen schon ein Erlebnis. Das Auto hat dermaßen viel Power und lässt sich dabei so präzise steuern, absolut beeindruckend.“ Kalkulation und Präzision gehören zu ihm. Auf die Frage, was er wohl beruflich geworden wäre, wenn nicht Rennfahrer, sagt er: „Buchhalter. Ich mag Zahlen.“

2009 startete er zum ersten Mal in Le Mans und seither jedes Jahr – bis einschließlich 2013 mit Rebellion in der LMP1-Klasse. 2011 gewann er mit dem Team die Le Mans Series, 2012 schrammte er als Gesamtvierter am Podium in Le Mans vorbei. 2012 und 2013 siegte er beim Zehnstundenrennen in Road Atlanta, besser bekannt als Petit Le Mans. Seit Juni 2013 ist er Porsche-Werksfahrer. „Eine Riesenchance, bei Porsches Rückkehr von Anfang an dabei zu sein!“

Die ersten Testfahrten mit dem 919 waren technisch schwierig, die Debütsaison 2014 bisweilen zäh, aber Jani holte zusammen mit Romain Dumas und Marc Lieb die ersten drei Polepositions und den Premierensieg für den innovativen Porsche-Prototyp. 2015 gab es technische Probleme in Le Mans, das dritte Auto gewann und am Saisonende wurde die Besatzung des Schwesterautos Weltmeister. Bei Jani türmten sich die offenen Rechnungen, aber er blieb ruhig. „Ich glaube an Karma“, sagt er, „das hilft. Alles passiert, wenn es passieren soll, und alles kommt zu einem zurück. 2016 habe ich in Le Mans und später im WM-Finale das bekommen, was ich vorher gegeben hatte.“

Persönliches

Geburtsdatum: 08. Dezember 1983
Geburtsort: Rorschach (CH)
Nationalität: Schweizer
Wohnort: Port (CH)
Familienstand: verheiratet mit Lauren
Größe/Gewicht: 1,72 m/62 kg
Hobbys: Sport, Skilanglauf, Tennis, Rad fahren
Internet: www.neel-jani.com
Twitter: @neeljani

Le-Mans-Starts: 8 (1 Gesamtsieg)

Neel Jani startet für Porsche mit dem Porsche 919 Hybrid in der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC einschließlich der 24 Stunden von Le Mans.

Karriere

2017

Porsche-Werksfahrer WEC, LMP1;
31. Platz gesamt 24 Stunden von Daytona (Rebellion)

2016

Porsche-Werksfahrer WEC, LMP1
Fahrerweltmeister mit Dumas/Lieb,
Gesamtsieg 24 Stunden von Le Mans,
1 Sieg (Silverstone), 1 Pole-Position (Le Mans)

2015

Porsche-Werksfahrer WEC, LMP1
3. Platz Fahrer-WM, 1 Sieg (Bahrain), 5 zweite Plätze,
2 Pole-Position, darunter Rundenrekord im Qualifying von Le Mans,
5. Platz 24 Stunden von Le Mans

2014

Porsche-Werksfahrer WEC, LMP1
1. Platz São Paulo, 2. Platz Bahrain, 3. Platz Shanghai
Pole-Position Spa, Shanghai, Bahrain

2013 1. Platz Petit Le Mans (ALMS, Gesamt)
3. Platz 12 Std. Sebring (ALMS,Gesamt)
2. Platz Laguna Seca (ALMS, Gesamt)
2. Platz Long Beach (ALMS, Gesamt)
Ab Juni LMP1-Testprogramm für Porsche
2012 4. Platz WEC (Gesamt)
4. Platz 24 Std. Le Mans (Gesamt)
2011 Gewinner Le Mans Series (LMP1)
6. Platz 24 Std. Le Mans (Gesamt)
Formel-1-Demofahrten (Red Bull Racing)
2010 3. Platz Le Mans Series (LMP1)
24 Std. Le Mans
Formel-1-Demofahrten (Red Bull Racing)
GT1-Weltmeisterschaft (3 Rennen)
Superleague Formula (2 Rennen, 1 Sieg)
2009 24 Std. Le Mans (LMP1)
Formel-1-Tests (Red Bull Racing)
2008/09 2. Platz A1GP (4 Siege)
2008 Formel-1-Tests (Red Bull Racing)
Porsche-Test (LMP2)
2007/08 Gewinner A1GP-Serie (4 Siege)
2007 Champ Car World Series (3 Podien)
2006 Formel-1-Test- und Ersatzfahrer (Scuderia Torro Rosso)
2005/06 2. Platz A1GP-Serie
2005 GP2-Serie (2 Siege)
2004 Formel Renault V6 Eurocup (5 Siege)
Formel-1-Test (Red Bull Racing)
2003 2. Platz Formel Renault V6 Eurocup (4 Siege)
Formel-1-Test (Sauber-Petronas)
2002 2. Platz Formel Renault 2000 Eurocup (3 Siege)
2001 Formel Renault 2000 Eurocup
Italienische Formel Renault
2000 Gewinner Formel Lista Junior Schweiz
1996-2000 Kart