1988 - 1997

Historie

1988

Finale: Martina Navratilova (USA) - Chris Evert-Mill (USA) 6:2 6:3
Siegerpreis: Porsche 911 Carrera Cabriolet
Preisgeld: 250.000 US Dollar

Alle Mühe war vergebens: Auch zum Abschied gelang Chris Evert, die inzwischen den Skirennläufer Andy Mill geheiratet hatte, der Coup nicht, mit einem Endspielsieg über Martina Navratilova zur Porsche-Fahrerin zu werden. Der Kräftevergleich endete wie im Jahr davor und diesmal deutlicher zu Gunsten der Porsche-Sammlerin. Im September des folgenden Jahres ging die Karriere der Chris Evert-Mill bei den US Open zu Ende. Fast 20 Jahre lang hatte die Amerikanerin aus Florida die Szene bereichert und mit geprägt. 18 Grand-Slam-Titel, insgesamt 157 Turniersiege, 1304 gewonnene Matches, fast zehn Millionen Dollar Preisgeld schufen eine stolze Bilanz. Und für den Boulevard von Klatsch und Tratsch hatte sie auch ihren Stoff geliefert: eine Verlobung mit Kollege Jimmy Connors, eine Ehe mit Tennisprofi John Lloyd und der Kampf gegen Martina Navratilova, der mit der Zeit aus Rivalinnen Freundinnen machte, sorgten für Schlagzeilen. Mit Andy Mill und ihren beiden Kindern zog sie sich ins Privatleben zurück.

1989

Finale: Gabriela Sabatini (ARG) - Mary Joe Fernandez (USA) 7:6 6:4
Siegerpreis: Porsche 944 S2 Cabriolet
Preisgeld: 250.000 US Dollar

Die Sehnsucht nach einem Sieg der schönen Argentinierin unter den Zuschauern war groß - und die Sehnsucht der schönen Argentinierin nach einem feurig roten Porsche 944 S2 Cabriolet ebenso. Gabriela Sabatini, als Nummer 3 der Weltrangliste in Filderstadt an Nummer 1 gesetzt, tat sich und ihren Verehrern den Gefallen. Die Endspielpaarung hatte die pikante gemeinsame Note eines frühen Ausscheidens aus dem Vorjahr: Da war Gabriela Sabatini in Runde eins (an Jana Novotna) gescheitert. Mary Joe Fernandez musste in Runde zwei wegen einer Rückenverletzung aufgeben. Im Jahr 1989 boten die beiden Damen ein attraktives Finale, nicht nur spielerisch

1990

Finale: Mary Joe Fernandez (USA) - Barbara Paulus (AUT) 6:1 6:3
Siegerpreis: Porsche Carrera 4 Cabriolet
Preisgeld: 350.000 US Dollar

Die Besucher konnten zur Erholung von spannenden Spielen in einem größeren, schöneren und weiter verbesserten Gastronomie-Bereich neue Kräfte sammeln. Das Teilnehmerfeld versprach mit sechs Top-Ten-Spielerinnen wieder, höchsten Ansprüchen gerecht zu werden. Vorjahressiegerin Gabriela Sabatini hatte mit ihrem ersten Grand-Slam-Sieg (6:2, 7:6 über Steffi Graf) bei den US-Open gerade neues Selbstbewusstsein getankt, und die 16jährige Monica Seles kam tatendurstig an die Stätte zurück, an der sie 1989 unglücklich im Viertelfinale ausgeschieden war. Die zehn Jahre ältere Zina Garrison hatte im Sommer als Finalistin in Wimbledon spätes Glück erlebt. Und am Ende kam mal wieder alles ganz anders: Die Österreicherin Barbara Paulus schaffte es überraschend bis ins Finale. Und diesmal war es Mary Joe Fernandez (USA), die ihrem noch taufrischen allerersten Turniersieg aus Tokio prompt den zweiten hinzufügte.

1991

Finale: Anke Huber (GER) - Martina Navratilova (USA) 2:6 6:2 7:6
Siegerpreis: Porsche 968 Cabriolet
Preisgeld: 350.000 US Dollar

Es gibt Leute, die behaupten, nie zuvor und nie danach hätten die Zuschauer eine Siegerin mit so viel Begeisterung und Freude gefeiert wie Anke Huber in diesem Jahr. Ein bisschen Lokalpatriotismus darf auch beim fairsten Publikum im Spiel sein. Immerhin jubelten sie der ersten deutschen Gewinnerin eines Porsche Tennis Grand Prix zu. Anke Huber besiegte keine Geringere als die große Martina Navratilova, die die Halle in Filderstadt nach fünf Siegen als Heimspiel-Ort betrachtete. Aber die Karlsdorferin ließ sich nicht beirren, behielt die Nerven, rackerte unermüdlich und setzte schließlich ihr Spiel und ihren Dickkopf durch.

Schüchtern, brav, irgendwie bieder hatte man sie immer beschrieben. Und dann präsentierte sich die neue Anke: aufgeschlossen, fröhlich, irgendwie heiterer und lebenslustiger mit Spaß an Modefotos, schönen Autos und Disco. Nach der (ersten) Trennung von ihrem Tenniskollegen-Freund Andrej Medwedew hatte sie unbekümmert bekannt: „Auf den Mann fürs Leben warte ich noch.“ Den Porsche nahm sie als treuen Freund einstweilen gerne mit.

1992

Finale: Martina Navratilova (USA) - Gabriela Sabatini (ARG) 7:6 6:3
Siegerpreis: Porsche 911 Carrera Cabriolet
Preisgeld: 350.000 US Dollar

Das Finale fiel auf ihren 36. Geburtstag - und das schönste Geschenk machte sie sich selbst: Martina Navratilova gewann ihren sechsten (und letzten) Titel beim Porsche Tennis Grand Prix. Ein neues, feines Clubhaus empfing die Spielerinnen in diesem Jahr mit noch mehr Komfort und Atmosphäre für ihren Aufenthalt zwischen den Matches. Und die Gemeinde Filderstadt hatte Freundschaft geschlossen mit dem Weltklasse-Turnier, das alle Jahre wieder über den Ortsteil Plattenhardt und das ruhige Wohngebiet im Weilerhau hereinbrach wie ein faszinierendes und manchmal auch abschreckendes Schauspiel. Dieter Fischer hatte manche Angriffe überstanden: Bürgerversammlungen und Proteste der Anwohner. Gegen die Widerstände von Teilen des Gemeinderates, des Nachbarn TSV Plattenhardt und nach Auseinandersetzungen mit der Forstverwaltung und dem Landschaftsschutz hatte er sein Lebenswerk doch verwirklichen können.

1993

Finale: Mary Pierce (FRA) - Natascha Zwerewa (RUS) 6:3 6:3
Siegerpreis: Porsche 911 Carrera Coupé
Preisgeld: 375.000 US Dollar

Mary Pierce kam, sah und siegte: Die für Frankreich spielende Kanadierin eroberte den Centre-Court des Porsche Tennis Grand Prix im Sturm. Am Ende waren nicht nur die Fachleute begeistert: A star was born. Mit pfeilschnellen und platzierten Aufschläge, harten, flachen Grundlinienschlägen, dynamischer Angriffslust, ohne Vorlieben oder Abneigungen für bestimmte Beläge spielte sie mit großer Leidenschaft. In Filderstadt feierte sie ihren ersten Turniersieg, bei dem sie ein Auto gewann, das vom Temperament her perfekt zu ihr passte.

Hinter den Kulissen war unterdessen eine bedeutende Entscheidung gefallen: Titelsponsor Porsche und Turnierveranstalter Dieter Fischer hatten ihren Vertrag über 1993 hinaus um weitere vier Jahre verlängert. Eine Selbstverständlichkeit war das nicht. Dr. Wendelin Wiedeking hatte im Oktober 1992 das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Porsche AG in einer wirtschaftlich schwierigen Situation des Unternehmens mit dem Ziel übernommen, den Sportwagenhersteller wieder in Fahrt zu bringen. Fast gleichzeitig hatte Anton Hunger die Leitung der Abteilung Presse und Öffentlichkeit übernommen. Aus dem Budget seiner Abteilung fließt das Geld für den Tennis Grand Prix. Die Verantwortlichen stellten sich der Frage nach der sozialen Verantwortung: Darf man Geld für ein Tennisturnier ausgeben, wenn man gleichzeitig Arbeitsplätze abbauen muss? Nach sorgfältiger Abwägung von Pro und Contra beantworteten sie die Frage mit „Ja“ in der hoffnungsvollen Überzeugung, dass das Bekenntnis zu dieser Partnerschaft eine psychologisch positive Wirkung und einen Motivationsschub sowohl in der Belegschaft als auch in der Öffentlichkeit auslösen würde. Eine - wie man heute weiß - goldrichtige Entscheidung.

1994

Finale: Anke Huber (GER) - Mary Pierce (FRA) 6:4 6:2
Siegerpreis: Porsche 911 Carrera 4 Cabriolet
Preisgeld: 400.000 US Dollar

Anke Huber war in Superform und gewann zum zweiten Mal den Porsche Tennis Grand Prix. Der Jubel über den Erfolg der Karlsdorferin löste die stehenden Ovationen für eine Spielerin ab, deren Abschied Wehmut auslöste: Drei Tage vor ihrem 38. Geburtstag feierten die Gastgeber und das Publikum Martina Navratilovas Abschied von der europäischen Tennis-Bühne in Filderstadt. Dort, wo eine der größten Sportlerinnen des 20. Jahrhunderts sechs Mal gewonnen hatte, wo sie sich über Jahre die Sympathien eines Publikumslieblings erspielt hatte. 167 Turniersiege im Einzel, darunter 18-Grand-Slam-Erfolge und rund 20 Millionen Dollar Preisgeld bereichern ihre berufliche Bilanz. Und in Filderstadt war aus der Grande Dame „die Martina“ geworden. Mit einem Glas Champagner prostete sie ihren Fans zu - und Gastgeber Dieter Fischer schenkte ihr als Dank für ihre Treue einen 911 Carrera 4.

1995

Finale: Iva Majoli (CRO) - Gabriela Sabatini (ARG) 6:4 7:6
Siegerpreis: Porsche 911 Targa
Preisgeld: 430.000 US Dollar

Iva Majoli war gerade 18 Jahre alt geworden und hatte noch rechtzeitig die Führerschein-Prüfung bestanden. Braucht es noch mehr für einen Sieg beim Porsche Tennis Grand Prix? Ja. Denn um den Porsche 911 Targa persönlich von der Anlage wegfahren zu dürfen, musste die Kroatin auch noch ein paar wichtige Matches gegen Weltklasse-Gegnerinnen gewinnen. Das Engagement der Porsche AG im Spitzensport der Damen fand unter ihren Kunden (und nicht nur dort) große Beachtung: 80 Prozent der Porsche-Fahrerinnen und -Fahrer, so haben Untersuchungen ergeben, interessieren sich für den Tennis-Sport oder betreiben ihn selbst.

1996

Finale: Martina Hingis (SUI) - Anke Huber (GER) 6:2 3:6 6:3
Siegerpreis: Porsche Boxster
Preisgeld: 450.000 US Dollar

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen: Die 20. Auflage des Porsche Tennis-Grand-Prix fiel als runder Geburtstag mit dem Jahr zusammen, in dem Filderstadt eine neue Martina als Siegerin feierte: Martina Hingis erfüllte - als 17jährige noch ohne Fahrerlaubnis - mit dem Gewinn des gerade präsentierten neuesten Produkts aus der Porsche-Modellreihe ihrer Mutter „einen Traum“. Sich selbst natürlich auch: Die Schweizerin durchbrach mit ihrem Sieg die Barriere der Top 10 der Weltrangliste. Die Spitze erreichte auch der Porsche Tennis Grand Prix: Die Spielerinnen-Organisation WTA zeichnete die Veranstaltung als „weltbestes Damenturnier“ aus.

1997

Finale: Martina Hingis (SUI) - Lisa Raymond (USA) 6:4 6:2
Siegerpreis: Porsche 911 Carrera Coupé
Preisgeld: 450.000 US Dollar

Martina Hingis kehrte als Weltstar nach Filderstadt zurück und machte ihrem Ruf als Weltranglistenerste mit ihrem zweiten Triumph in Folge alle Ehre. Diesmal durfte sie selbst Hand ans Steuer legen. Eine Veränderung gab es bei der Fernsehberichterstattung: Erstmals in der Geschichte des Porsche Tennis Grand Prix übertrug nicht mehr der Haussender des Süddeutschen Rundfunks die laufenden Bilder. Das Deutsche Sportfernsehen (DSF) führte nun Regie hinter den Kameras. Sehr zum Bedauern derer, die beim Damen-Tennis neben der sportlichen Komponente gern noch den Centre-Court als Laufsteg betrachten, schied die als Fotomodell beliebte Russin Anna Kournikowa bereits im zweiten Match gegen die Südafrikanerin Amanda Coetzer aus.

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