Wie alles begann

Die Historie

Ganz in der Tradition Ferry Porsches, der 1948 seine Vision verwirklichte, „einen Sportwagen zu bauen, wie er mir gefiel“, arbeitet die Porsche Exclusive Manufaktur noch heute. Damals war das Ergebnis der 356 Roadster Nr. 1, der am 8. Juni 1948 seine Zulassung erhielt. Heute sind es die Fahrzeuge der Kunden.

Bereits Anfang der 1950er-Jahre bearbeitet die Reparaturabteilung im Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen besondere Aufträge. Der erste verbriefte Kundenwunsch kam 1962 vom Großindustriellen Alfred Krupp von Bohlen und Halbach. Er bestellte einen Porsche 356 B Coupé mit einem Heckscheibenwischer, der damals in der Serie nicht vorgesehen war.

Bis in die 1970er-Jahre lagen die Sonderwünsche der Kunden überwiegend im sportlichen Bereich. Sie bestellten Modifikationen an Motor und Fahrwerk, um ihren Porsche noch sportlicher zu machen. 1971 startete Porsche offiziell den Sportersatzteilverkauf. Damit unterstützte Porsche professionell Sportfahrer bei technischen Fragen. In dieser Kundensportabteilung entstand mit dem 911 Carrera RSR erstmals eine Kleinserie, die während der Rennsaison auch technisch betreut wurde.

Die Porsche Sonderwunschabteilung

Seit 1978 entwickelte die damals neu gegründete Sonderwunschabteilung exklusive Serienfahrzeuge, meist im Bereich Motor- und Fahrwerkstuning. Mit dem Tuningboom der 1980er-Jahre kam die Individualisierung hinzu. Gefragt waren neben der klassischen Leistungssteigerung und Tieferlegung nun auch optische Veränderungen im Innenraum und Exterieur. Leder, Holz und Hi-Fi-Komponenten wurden immer beliebter. Nicht zu vergessen breite Seitenschweller und Spoiler für Bug und Heck. Die Nachfrage stieg. Weltweit.

Porsche Exclusive

1986 richtete Porsche deshalb als erster Automobilhersteller eine auf Fahrzeugveredlung spezialisierte eigene Abteilung ein: Porsche Exclusive. Nun konnten Kunden bei der Bestellung anhand eines eigenständigen Kataloges ihr Fahrzeuge zum unverwechselbaren Unikat veredeln lassen. Bis in die zweite Hälfte der 1990er-Jahre wuchs der Katalog zum umfangreichen Produktprogramm und bietet Kunden bis heute mit über 600 Bestelloptionen einen umfassenden Überblick über Möglichkeiten zur individuellen Veredelung ihres Fahrzeugs. Neben einer Leistungssteigerung zählen dazu eine große Auswahl an Rädern, Aerodynamik-Kits und hochwertige Materialien für den Innenraum. Mit dem Porsche-eigenen, fahrzeuggebundenen Zubehör, namentlich Porsche Tequipment, startet Porsche 1995.

Kleinserien – Porsche Exclusive Manufaktur und Exclusive Series

Die Porsche Exclusive Manufaktur steht für individuelle Fahrzeuge. Aber nicht nur. Auch limitierte Kleinserien und Editionen haben eine lange Tradition. Den Impuls lieferte früh die eigene Rennsportaktivität.

Als Initialzündung gilt die Straßenversion des 935, ein Einzelstück mit Flachbau-Karosserie, gewaltigem Heckflügel und 409 PS – gefertigt für Mansour Ojjeh, einem saudiarabischer Geschäftsmann und Inhaber des Unternehmens Technique d ́Avantgarde (TAG) im Jahr 1983. Porsche entwickelte in seinem Auftrag den TAG-Formel-1-Motor, mit dem McLaren 1984 und 1985 den WM-Titel gewann.

Analog zu den Modifikationen des im Rennsport dominierenden Porsche 935 bot die Kundendienstabteilung ab 1981 einen „Karosserieumbau 911 Turbo/ 911 SC Turbolook flache Frontpartie“ an. Die zunächst „Hammerhai“ getaufte Spezialanfertigung trägt eine charakteristische Flachbaufront mit integrierten Doppelscheinwerfern – ein Umbau, der 1983 durch eine Version mit Klappscheinwerfern des Typs 924 beziehungsweise 944 ersetzt wurde. Zwischen 1981 und 1989 baute die Sonderwunschabteilung 948 Exemplare vom Porsche 911 Turbo in der Optik des Rennwagens 935. Als letzter Vertreter der Baureihe 911 trägt der 964 Turbo 3.6 Flachbau vom Typ 964 die im Rennsport geborene Optik, in diesem Fall mit Klappscheinwerfern aus dem Transaxle-Modell 968.

Die erste Porsche Exclusive-Kleinserie verlässt das Werk 1992. Der „911 Turbo S Leichtbau“, basierend auf der damals aktuellen Baureihe 964, nimmt bereits viele exklusive Neuerungen vorweg, die später Einzug in die Serie halten. Erstmals werden 18-Zoll-Räder, rot lackierte Bremssättel und die markante Außenfarbe „Speedgelb“ an einem Porsche-Fahrzeug verwendet. Insgesamt entstanden 86 Exemplare zum Stückpreis von 295.000 Mark. 1993 folgte ein 911 Turbo 3.6 Flachbau, von dem nur 76 Fahrzeuge gebaut wurden. Ein Großteil dieser Fahrzeuge wurde zusätzlich mit einer Leistungssteigerung ausgestattet.

Seltener und exklusiver als der 911 Turbo S Leichtbau ist der 911 Carrera 2 Speedster im breiten Look der Turbomodelle, der nur 15-mal auf Kundenwunsch angefertigt wurde. Den 1995 gebauten 911 Turbo des Typs 993 als Cabriolet produzierte Porsche 14-mal. Noch seltener ist der 911 Carrera 3.6 Speedster auf Basis des 993. Nur zwei Fahrzeuge entstanden: Für Ferdinand Alexander Porsche, den Gestalter des 911, anlässlich dessen 60. Geburtstags und für US-Schauspieler und Porsche-Sammler Jerry Seinfeld.

Als finale Kleinserie der Ära luftgekühlter Porsche 911 erscheint 1997 der leistungsstarke 993 Turbo S. Mit 345 gebauten Einheiten markiert der 450 PS starke und 300 km/h schnelle 993 Turbo S den Höhepunkt und das vorläufige Ende der Kleinserientradition bei Porsche Exclusive. Der Nachfolger des 911 Turbo S wird ins reguläre Modellprogramm übernommen.

Heute bei Sammlern sehr begehrt: Der 911 Sport Classic von 2009. Limitiert auf 250 Stück entstanden die 911er mit nahezu allen Optionen der Baureihe – einschließlich Leistungssteigerung, Entenbürzel und an das Fuchs-Design angelehnte Räder. Die Scheinwerferringe erinnern an den 1974er-Turbo-RSR, das Doppelkuppeldach an die Designstudie 911 Panamericana und den Carrera GT. Porsche-Exclusive-Fahrzeuge haben häufig bereits bei ihrer Präsentation Sammlerstatus, wie das Modell sofort zeigt: Zwei Tage nach der Premiere auf der IAA 2009 war die Kleinserie von 250 Autos des 911 Sport Classic ausverkauft.

Ein Jahr später, 2010, präsentierte Porsche den 911 Speedster, eine Hommage an den 356 Speedster und auf 356 Stück limitiert. Das 911 Club Coupe vom Typ 991 war der Beweis, dass Handwerkskunst und Liebe zum Detail die Antriebsfedern der Spezialisten in der Exclusive Manufaktur Zuffenhausen sind.

Zwischen 2014 und 2015 entstehen in der Porsche Exclusive Manufaktur nur 100 Exemplare der Panamera Exclusive Series. Highlights: Leder von Poltrona Frau, zahlreiche Veredelungsdetails im Interieur, Verlaufslackierung und natürlich eine hochwertige Limitierungsplakette. Mit der neuen Porsche 911 Turbo S Exclusive Series setzt Porsche diese Tradition nun weiter fort.

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